Freuden der tödlichen Männergrippe – ihr fehlt mir!

Tödliche MännergrippeWas war es eine Wonne, früher krank zu sein. Was war es herrlich, sich in Selbstmitleid zu suhlen und den Schnupfen oder Husten zu zelebrieren. Ein paar Tage dem Alltag entfliehen, sich auf die Couch oder ins Bett packen und die kleinen Gizmos im Immunsystem ihre Arbeit machen lassen. Denn in keiner Situation kann sich ein Mann so gehen und fallen lassen, wie bei einer tödlichen Männergrippe!

Natürlich meine ich damit den Zustand des Unwohlseins, den wir Männer als Krankheit definieren. Hier sind also zugegebenermaßen ein paar Einschränkungen fällig.

Symptome, die toleriert werden:

Kranksein(Quelle: giphy.com)

  • Schnupfen: OK…wenn er mit Nasenspray im Zaum gehalten werden kann
  • Husten: OK…aber nicht, wenn er fies an den Bronchien reißt
  •  Kopfschmerzen: Bedingt OK. Nur so stark, dass der Fernsehkonsum oder das Playstation-Zocken nicht gestört werden.
  •  Gliederschmerzen: Bedingt OK. Nur so stark, dass sie eine Krankschreibung rechtfertigen und man problemlos Fernbedienung oder Controller halten kann

 

Symptome, die nicht toleriert werden:

  •  Durchfall: Keineswegs OK. Versaut den ganzen Spaß an der Geschichte (und das Bad)
  •  Erbrechen: Keineswegs OK. Siehe Durchfall!

Es ist also ein deutlich schmaler Grat, auf dem sich das männliche Kranksein bewegt, um daran Freude zu haben. Oder anders ausgedrückt: Eine Frau würde in dieser Situation höchstwahrscheinlich noch Arbeiten gehen sowie den „Hot Iron Kurs“ mit Arno besuchen. Ja, unsere Frauen… Sie sind in diesem Setting sehr wichtige Statisten. Immerhin braucht es ja jemanden, dem Mann sein Unwohlsein klagen kann. Deswegen wurde auch die SMS- und Internetflat für Handyverträge erfunden, falls die Frau mal abwesend ist. Meine Frau ist dahingehend super!

 Sie: „Soll ich dir was bringen?“

Ich: „Jaaa… (man denke sich eine schwache, abgebrochene Stimme) … Cola und … Salzstangen bitte …“

Sie: „Hilft nur bei Magen-Darm und nicht bei Schnupfen!“

Ich: „ […]“

Mittlerweile denke ich wehmütig an diese Zeiten zurück. Seitdem ich Vater bin, gibt es diese Inseln des gepflegten Krankseins nicht mehr. Genauer gesagt, seitdem mein Kleiner in die Kita geht. Denn: Wenn ich mir jetzt was einfange, dann hat er es höchstwahrscheinlich eingeschleppt. Und dann stammt es höchstwahrscheinlich aus eben besagter Kita. Und dann ist er auch krank. Und dann ist er ebenfalls zuhause.

Was wohlgemerkt eine Kontamination mit den teuflischten Viren und Bakterien bedeutet, die mir je begegnet sind. Sollte eine Supermacht oder ein Superschurke mal wieder auf der Suche nach biologischen Kampstoffen sein: in Kindertagesstätten gibt es die umsonst!

Bye Bye Bluray gucken, bis einem die Augen zu und die Chips aus der Hand fallen!

Bye Bye Im Bett lümmeln bis kurz vor Heimkehr der Frau, um dann innerhalb von 5 Minuten zu duschen und zu behaupten, man wäre kurz nach dem sie das Haus für die Arbeit verlassen hat aufgestanden!

Bye Bye liebevolles Betüdeln durch die Frau!

So sehr ich früher dem Egoismus und Hedonismus frönen konnte, so sehr ist jetzt Zurückstecken angesagt.
Keine Angst, ich will jetzt kein Mitleid. Nein, ich bin zäh und die Zeit ist mein Freund!

Nur noch wenige Jahre und dann ist mein Sohn alt genug, um ebenfalls die süßen Vorzüge der tödlichen Männergrippe auszukosten. Dann werde ich ihn in diese hohe Kunst einweisen! Ich werde ihn auf die dunkle Seite der Macht holen und zusammen werden wir über die Galaxie Couch herrschen…

Ich glaube spätestens dann verlässt mich meine Frau…

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24 Antworten

  1. Kristin Neutzsch via Facebook sagt:

    Ró Man

  2. Barbara Ch via Facebook sagt:

    Daniela Friedrich

  3. Mi BaSta via Facebook sagt:

    Trifft es perfekt. Hoffe das meine Tochter später Mitleid hat

  4. Marcel Leitenberger Michael Konert Kevin Ja…. 😉

  5. Das hat wirklich Freude gemacht, das zu lesen =) Danke… werde ich gleich mal meinem Freund zeigen.

  6. Agnes Be via Facebook sagt:

    Wie geil… 😀

  7. Jürgen Bolz via Facebook sagt:

    Ich habe gerade meinen ersten tödlichen Männerschnupfen mit Kind. Normalerweise würde ich in der Situation mein Fährgeld für Charon zusammenkratzen. Aber jetzt heißt es Rotze hochziehen und überleben.

  8. Rotezora sagt:

    Sehr schön! 😉

  9. Alexander von Glisczynski via Facebook sagt:

    Und man wird diese fiesen Kinderviren nicht mehr los … die Lütten sind diese nach zwei Tagen wieder topfit und wir kämpfen vier Wochen damit.

  10. Jaqueline Schwartz via Facebook sagt:

    Super!

  11. Julia Guntermann via Facebook sagt:
  12. Frank Leakey-Hofstadter via Facebook sagt:

    Männer sind nicht krank, sie sind verwundet !!!

  13. DaddyDavud sagt:

    Offen und ehrlich…dafür sind wir Mänder doch bekannt, Renate! 😉

    • Renate sagt:

      Na ja, aber nicht wenn es um das Selbstmitleid beim krank sein geht. Ich höre immer nur, dass es bei IHM ja auch vieeeel schlimmer ist als bei mir, was der Grund ist, warum ER von einer Minute zur anderen zum Pflegefall wird. 🙂

  14. Renate sagt:

    So offen und ehrlich und das von einem Mann. Kannst du das bitte meinem Mann auch flüstern? 🙂

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