Warum das Tabernita in Frechen für mich einer der besten Orte dieser Welt ist

tabernita-frechen-kölnWir saßen ziemlich unentspannt nebeneinander. Das Julchen kurvte uns auf Schleichwegen vom benachbarten Brühl zurück nach Hause. Der Dicke war im Reboarder mit sich beschäftigt und wir diskutierten darüber, ob der Spanier dort wirklich so das Richtige für einen Restaurantbesuch mit einem kleinen, launigen Berserker ist.

Ist er nicht. Ich muss zugeben, dass ich ziemlich unlocker bin, was Restaurantbesuche mit unserem Kind angeht. Mein Problem ist, dass ich ständig das Bedürfnis empfinde, mich bei den Mitmenschen für den Lärm, das Rumgerenne oder die hemmungslosen Protestbekundungen, Freudenschreie oder das Spielzeug des Herrn von Bödefeld  entschuldigen zu müssen.

DAS.STRESST.MICH! Ich bin halt nicht so romantisch veranlagt, wie Babyvater, wenn er seine Tochter ins Restaurant ausführt…

Meine erste These: Ich habe versucht, alles mit viel Estrella und weißem Wein runterzuspülen, das war meine Michael Jackson-These: Ändere nicht dein Kind, fang mit dem Mann im Spiegel an. Das hat auch funktioniert, allerdings musste ich danach beim Julchen um Verzeihung bitten, weil ich dann doch vielleicht den Hauch einer Spur zu unbeteiligt mit ihr unterwegs war.

Mein zweite These ist architektonischer Natur. Die Tische stehen viel zu eng, man kann kaum die Stühle rücken, geschweige denn einen Buggy mit reinnehmen. Für mich immer noch die eleganteste Art, Familien aus der Gastronomie auszuschließen. Wir würden ja gerne, aber das wird schwierig, ganz schwierig lieber Kunde… eng und voll und die anderen Gäste. Leider nein, leider gar nicht.

 

Meine dritte These ist die Lösung. Sie liegt im Promillebereich der Gastronomie. Es gibt Orte, die nicht explizite Kinder-Gedönsläden oder was auch immer sind (und ich mag die wirklich). Es gibt Orte, die sind zum Beispiel ein wunderbares kleines, familiengeführtes, liebenswertes spanisches Restaurant und da dürfen Kinder einfach ganz selbstverständlich mit dabei sein.

WEIL.SIE.EBEN.MIT.DAZU.GEHÖREN!

Wenn wir mal in Ruhe und entspannt auswärts etwas essen möchten, dann melden wir uns bei Paula und Manuel an. Wir kennen die beiden schon von früher, als wir noch innenstadtnäher von Köln wohnten. Die beiden betrieben dort im Kölner Westen ein Lokal namens Olé. Es gab eine Bar mit Raucherbereich und Donnerstag verfolgte Manuel – nachdem die Gäste kulinarisch versorgt waren – von Tresen aus die Euroleauge. Meistens fasste ich ihm die Ereignisse der ersten Halbzeit lückenhaft zusammen und wir stiegen dann gemeinsam während der zweiten Halbzeit ein. Damals spielte der von mir sehr geschätzte Didier Yakonan noch bei Hannover96 und die international. Ich muss nicht extra erwähnen, dass das ein Ort war, an dem Mann sich wohl fühlte.

Anfangs war der dicke Säugling schon mit im Olé (natürlich nicht im Raucherbereich) und irgendwann war das Olé plötzlich verschwunden; nicht mehr aus der Sommerpause aufgetaucht. Wir waren einigermaßen traurig, ahnten aber, was passiert war. (Nichts Schlimmes übrigens.)

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Eines Tages entdeckte das Julchen im Netz das Tabernita in Frechen und uns war sofort klar, was es damit auf sich hatte und was wir zu tun hatten.

Es ist nämlich so einfach. Paula und Manuel haben selbst zwei (erwachsene) Kinder und sie gehen so selbstverständlich und liebenswert mit dem kleinen HvB um, dass es Eltern eine wahre Freude ist. Er darf rumlaufen, er darf hinter dem Tresen sein. Der Dicke läßt sich sogar auf den Arm nehmen, um einen Knopf an der Profi-Kaffeemaschine zu drücken. Es ist erstaunlich, aber das Kind war zwar manchmal übellaunig aber immer bei sich und im Kern grundentspannt. Er probiert von fast allen Tapas, besucht die anderen Tische und ich werde den Eindruck nicht los, dass er die Zeit im Tabernita genießt, so wie seine Eltern.

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Wir haben das rumgesprochen, mein Freund Stefan und Asli kommen mit ihren Kids inzwischen auch gerne dazu. Einfach weil es so nett und so einfach schön sein kann.

Es ist an der Zeit DANKE zu sagen. Danke Paula, danke Manuel –für einen der besten Orte dieser Welt.

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Der Autor Thomas "PapaDoc" Guntermann ist gleichzeitig der Namensgeber unserer Kommunikationsagentur, in der wir eigentlich alle zusammenarbeiten. Er gehört zum Gründungsteam dieses Blogs, ist Stammautor und lebt mit seiner Frau und Sohn im beschaulichen Kölner Vorort Hürth (Buuuh).

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