Der Dicke ist ein MamaKind :-(

Ich habe es versaut. In den Sand gesetzt. Den Anschluss verloren. Die wichtigste Zeit: verrazt. Das Julchen war smarter. Sie war da, als man den Schnuller ausspuckte, sie war da, als man mal wieder in die Windel gebrazt hatte, sie war da, als Tony (wie Tony Jantschke), der neue flauschige Eisbär-Teddy von Susi und Stefan ins Spieleleben trat. Sie war da, als die Dinge unfein liefen und man weinen musste, sie war da, als man unbedingt eine der Fernbedienungen vollsabbern wollte, sie war da, als man das blinkende Handydisplay entdeckteunddirektinden-Mundsteckenmusste.

Jaja auf das Julchen ist Verlass. Wer wüsste das besser als Herr von Bödefeld. Füttern, Windeln, Spielen, Umziehen, Spazierengehen, Spazierenfahren…alles, was so mehrmals täglich im Bödefelder-Kalender steht, macht das Julchen vier bis neun mal öfter als ich. Das hat Gründe – handfeste und weniger fleißige. Darüber können wir auch alle balancieren, was mich aber nachhaltig ins mentale Abseits rückt, ist die belastende Tatsache, dass der Dicke in all den Tagen und Wochen zu einem leibhaftigen Mamakind degeneriert… also geworden ist. Klar lacht er, wenn ich seinen Weg kreuze, aber kaum halte ich ihn auf dem Arm, reckt er sich wieder seiner kleinen Mama entgegen. Ist sie gerade nicht verfügbar, erlebe ich, was Sichtkontakt bedeutet: Das bedingungsloseste „Nicht-aus-den-Augen-lassen“, dass ich schmerzlicher nie erfahren habe, weil es einfach nullkommanull um mich geht. Es ist wie ein Heimspielbesuch des 1. Fc Köln: frustrierend. mamakind ich bin dein vater blog 2Meine Sippe junge Altväter winkt nicht mal mehr ab, wenn ich mir den Schmerz von der Seele reden will. „Doc“, sagen Sie dann, „das wechselt später wöchentlich, sprich wieder über Fußball, da hören wir auch nicht mehr zu, aber das ist besser für die Stimmung.“ Ich werde mich damit aber nicht abfinden, ich werde kämpfen. Stünden wir auf dem vierten Tabellenplatz, wenn uns nach einem Rückstand aufgeben würden? Eben! Mein Plan ist schlicht, aber nachhaltig. Ich werde wieder mehr Jobs übernehmen, ich werde mehr in die operative Baby-Arbeit investieren, ich werde mir den Dicken zurückerobern.

 

Und dies ist mein Maßnahmenplan:

1. Maßnahme: Da wären die Pekip-Lieder.

Die werden gestrichen, da müssen Evergreens aus fünfzig Jahren Pop-Geschichte her, Repertoirekenntnisse schaden nur dem, der keine hat.

2. Maßnahme: Let´s Play.

Wir drehen spaßige Videos und zeigen sie der Chefin erst viel später. Damit ist allen klar, wer hier Heimspiel hat. Wir spielen auf dem Teppich mit allem was so rum liegt und tun so, als gäbe es weit und breit nichts anderes.

3. Maßnahme: Let´s eat.

Wenn man so unglaublich viel und gerne isst, wie HvB, dann ist derjenige, der liefert? Richtig. Der Beste (und das kann ja nur ich sein, macht ja sonst keinen Sinn)!

4. Maßnahme: Sleep Baby Sleep.

Finger weg! Ich bin doch nicht blöd. Kann er noch so drüber und knatschig sein, im Bettchen geht immer noch ne Runde Punk. Da halte ich mich fern, ist negativ besetzt aber….

5. Maßnahme: Wake Up, my sweetest Son.

…der Moment, an dem ich auf Julchens Tiefschlafs spekuliere. Erstes Lachen des Tages? Check! Gemeinsam gucken, wie die Rolladen nach oben fahren? Check! Direkt ab dafür, einen Schluck Wasser und Türme bauen, bis der Brei ruft… ? Das werden meine Jobs sein.

6. Maßnahme: Windeln.

Finger weg! Seit der Dicke Lachs ißt, olfaktorisch eh kein gute Idee mehr. Dazu kommt die vollkommen inakzeptable Unterbrechung des Spielerlebnisses. Bei jedem Reiseanbieter würde es Shitstorms hageln, bei Mama auch. Gut so!

Der Zeitplan:

Vor uns liegt der Januar, und eine Woche Zeit, die Vorsätze anzuwenden. Und dann kommen auch schon drei Wochen Sri Lanka: Bäääääääng. Sobald wir zu Karneval zurück sind, ist der Dicke wieder „My Man Bödefeld“. Ich schwöre es bei Bet&Win.

PapaDoc

PapaDoc

Der Autor Thomas "PapaDoc" Guntermann ist gleichzeitig der Namensgeber unserer Kommunikationsagentur, in der wir eigentlich alle zusammenarbeiten. Er gehört zum Gründungsteam dieses Blogs, ist Stammautor und lebt mit seiner Frau und Sohn im beschaulichen Kölner Vorort Hürth (Buuuh).

9 Antworten

  1. Wegen der Überschrift hab ich aus Neugier drauf geklickt (lach) ….. du schreibst immer sehr lustig. Ich bin übrigens auch gebürtige Kölnerin. Und der Liebe wegen ins Münsterland gezogen.

  2. MackeColonia sagt:

    Unterstütze deinen Masterplan im Geiste mit allen windel-freien Händen, die mir bleiben. Möchte sogar einen Aufruf starten: Männer, erobert eure Kinder zurück! Meiner lässt seine Spielzeugautos nur noch von seiner Mutter reparieren – ich habe da keine Chance. Alle Mechaniker-Kompetenz schreibt er Mama zu. Kann ich ihm gar nicht übel nehmen, schließlich fährt die jeden Tag Auto und nicht nur Fahrrad mit unförmigen Kinderanhänger! Würde mir ja selbst keinen Duplo-Laster in meine Werkstatt bringen.
    Aber seit dem WE habe ich ein Revanche-Feld ausgemacht. Wenn Mama Männerthemen erobert, dreh ich den Spieß um. Bin jetzt der oberste Style-Polizist im Haus und bestimme die Leitlinien des Dresscodes beim Junior. Zu weiblich? Quatsch! Habe dem Kleinen erfolgreich beigebracht nur noch seine grünen Borussen-Rutschsocken zu akzeptieren. STRIKE! Ansonsten bricht er in Tränen aus und brüllt „Ussia, Ussia“. So soll es sein. Jetzt habe ich sogar den höchst-ehefraulichen Auftrag im Fanshop nachzuordern – um des lieben Friedens willen. Wenn SIE das so will, wer bin ich denn, dass ich mich widersetze?!

    • PapaDoc sagt:

      Dein Kleiner ruft Ussia Ussia? Also das ist in Köln ein sensationelles erzieherisches Ergebnis und dir gebührt Lob und Respekt und Anerkennung und jede Menge GinTonic. Eine meiner größten Sorgen ist, dass mir das nicht gelingt, obwohl Herr von Bödefeld am Tag seiner Geburt Borusse geworden ist. Solltest du dich mit dem Gedanken tragen darüber einen Erziehungsratgeber zu schreiben („Wie ich mein Kind zum richtigen Fußballverein bringe“) ….ich kaufe das Buch!
      Wir sehen uns auf dem Platz!

  3. Nina sagt:

    Dann mal viel Erfolg beim Vorhaben! Mein Mäusebär ist eher zzt. ein Papakind,obwohl ich den ganzen Tag mit ihm verbringen. Aber der Papa ist halt für den Spaß zuständig und Mama macht auch ätzende Dinge wie wickeln und schlafen legen. Hast du sehr lustig beschrieben, ich lese gern weiter hier. LG Nina

  4. Anna Naubereit via Facebook sagt:

    Kein Wunder, dass der Kleine ein MamaKind ist, wenn sein Papa ihn immer „der Dicke“ nennt…

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