Verlosung: DJ Bödefeld oder warum ich versuchen muss, Rolf Zuckowski zu verhindern

Es gab mal ein Leben, in dem ich als Musikjournalist unterwegs war. Ich bekam Platten oder CDs zugeschickt, wurde zu Interviews durch die Welt geflogen, moderierte Musikradiosendungen und meine Studentenbude in Bochum sah aus wie das Lager eines Plattenlabels. Es war herrlich. Mir ging es gut, der Musikbranche ging es gut. Nur das Studium hat gelitten. Es gab halt wichtigeres, nämlich Bandkinder-musik-ich-bin-dein-vater-blogs, ihre Songs und Tourneen und Interviewtermine.

Heute liegen die Dinge natürlich anders, vernünftiger. Ich habe die meisten Tonträger nicht mehr, und alles, was mich juckt via Spotify (oder Deezer, oder Tidal) nur noch digital dabei. Und man muss ja auch der Tatsache ins Auge sehen, dass man sich mit Mitte 30 wieder intensiv dem Thema zuwenden muss, dem man sich vor der Pubertät verschrieben hatte: Dem Fußball.

Aber mit HvB schlägt die Musik jetzt wieder um so heftiger auf. Je mehr sich der junge Herr seiner elektronischen Plastikspielzeuge bemächtigt, hört sich sein Spielzimmer (also unser Wohnzimmer) an, als würde Skrillex einer seiner Partymixes produzieren. Es zirpt und scheppert, TutTut-Autos singen ihren Einsatzweck, Kunststoff-Klaviere, Gaga-Garagen, Roll-Xylophone, Planes-Buggy, diverse Pseudo- Handys und Fake-Fernbedieungen fräsen ihre bissigen Soundwolken in mein latent empfängliches Musikgehirn.

Es heißt EDM, denke ich mir immer dann, wenn ich mich dabei erwische, dass mir der ganze Plastik-Sound auf die Nüsse geht. Die jungen Leute tanzen zu diesem Geschepper – Kinder müssen so aufwachsen. Wer allerdings 44 Mal in Folge eine an die Captain Future Titelmusik erinnernde Sound-Kaskade aus dem Planes Buggy ertragen musste, sehnt sich zu Bass-Gitarre-Schlagzeug zurück.

Zur Inspiration etwas EMD-Mucke mit DJ Bödefeld:

 

Verlosung: Unter meinem Bett
Und es kam besser: An einem der letzten Tage erreichte genau so eine handwerkliche CD mit dem Titel „Unter meinem Bett“* die gestresste Redaktion. Es war wie früher, der Postbote bringt CDs. Ich hatte wirklich gute Laune. Auf dem Sampler haben sich Leute wie Gisbert zu Knyphausen, Olli Schulz, Jan Plewka (einst Sänger von Selig), Pohlmann oder Bernd Begemann daran gemacht, „richtige“ Songs zu schreiben und Sie in Form und Sprache kindertauglich zu machen. Casper wäre noch schön gewesen, aber dafür sind die im echten Musikerleben doch arg weinerlichen ClickClickDecker mit einem schön-molligen „Ich häng irgendwo dazwischen“ vertreten. Gefällt mir auch.

Traurig schönster Schlussakkord des Albums ist ein Stück des 2012 viel zu früh gestorbenen Hamburger Musikers Nils Koppruch. Sein Song über Unordnung unterm Schlafgemach gab dem Album seinen Namen und ist gewissermaßen Wegbereiter für die Idee, Rolf Zuckowski mit „echten“ Songs das Wasser im Kinderzimmer abzugraben. Wie schreibt man Kinderlieder ohne Kinderlieder zu schreiben? Die Antwort gibt es hier. Und da uns wirklich interessiert, ob und wie das funktioniert, werden wir unser Rezensionsexemplar verlosen.


Gewinnspiel:

Wir verlosen 1 CD (unser Belegexemplar). Was ihr dafür tun müsst: Schreibt, was in euren Kinderzimmern gerade musikalisch angesagt ist und dann würden wir später natürlich gerne wissen, wie dieses Album von den Kids so aufgenommen wurde.

 

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PapaDoc

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Der Autor Thomas "PapaDoc" Guntermann ist gleichzeitig der Namensgeber unserer Kommunikationsagentur, in der wir eigentlich alle zusammenarbeiten. Er gehört zum Gründungsteam dieses Blogs, ist Stammautor und lebt mit seiner Frau und Sohn im beschaulichen Kölner Vorort Hürth (Buuuh).

18 Antworten

  1. christina sagt:

    Rolf Zuckowski war schon in meiner Kindheit angesagt und bei den Nichten jetzt ebenfalls!

  2. Nora sagt:

    Das klingt super die wollen wir gewinnen!!! Bei uns laufen nämlich schon wieder Die Weihnachtslieder hoch und runter…hatte die Cd eigentlich versteckt..dachte ich

  3. Felix sagt:

    Bei uns ist ‚Spiderman und Ich‘ von Fettes Brot, der Dauerbrenner… Und seit Monaten immer wieder gerne gehört (auch von uns, den Eltern): Die CD Eule findet den Beat. http://www.eule-findet-den-beat.de/

  4. PapaDoc sagt:

    So ihr Lieben, GEILE Mucke, anderes wiederum macht mir Angst.
    Morgen werden wir den Gewinner ziehen. Wir wissen noch nicht wie, aber wir lassen uns was einfallen.
    Der Notar kann nicht…ich werde die Aufsicht übernehmen und Glücksfee sein.
    Ihr hört/seht von uns.

  5. Anne sagt:

    Bei uns ist die gute alte Annekaffeekanne ein riesen Hit. Dazu wird heftigst mit dem Po gewackelt und mitgebrabbelt. Am liebsten beim Katzentanzlied.

  6. Kathrin sagt:

    Oh…unser Sohn geht zur musikalischen Früherziehung und seit dem singen wir nur naoch. Ja so ein Zimmer…..hier machen alle Gegenstände in einem Zimmer Geräusche….das ist ein endloc Lied….anfangs ganz süß, aber nach 20 mal…..

    Liebe Grüße
    Kathrin

  7. Marco sagt:

    Wir machen gerade Urlaub im Harz – und seit der Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn is nix mehr mit Musik hören – die Kleine (2 1/2) ruft nur noch „Lok“, „Lok“, … YouTube sei Dank gibt’s da genug Futter (pädagogisch wertvoll?!). Obgleich ich selber Eisenbahn-Fan bin, wäre ich jetzt für die CD zur Ablenkung von der „Lok“ sehr dankbar…

    • PapaDoc sagt:

      Marco du bist wie die Borussia aus Mönchengladbach – ein GEWINNER!!!!!!!
      Wir gratulieren aus dem Hätz vun d´r Welt wie wir in Köln so sagen….. Schreib uns deine Adresse in einer Mail an info@ichbindeinvater. Und dann geben wir das Schmuckstück in den Schneckenpost.

  8. ina sagt:

    ohje, bei uns steht leider grad „kleine kerze leuchte“ von besagtem rolf hoch im kurs. weihnachtslieder gehen doch immer, oder? 🙂

    ich bin gespannt auf die CD!
    ina

  9. Matthias sagt:

    Die „DONIKKL“ hören wir gerade sehr viel.

  10. Simone sagt:

    Hallo! Oha. Die Chance auf eine neue Kinder-CD! Da sind wir doch gleich mal am Start. Momentan hören wir ständig die Felix-CD, ich werde bald verrückt. Also lieber Glücksgott, hab ein Einsehen und beglücke unsere geschundenen Ohren mit was Coolem! BITTE!
    Liebe Grüße, Simone

  11. Swen sagt:

    Die Mukketier-Bande!
    Vier Jungs aus Berlin spielen Kinderlieder im Country, Rockabilly, Swing und Reggae Stil. Titel wie „Heiner, das vegetarische Schwein“, „Atze, die Katze“ oder „Die Mozartziege“ sind nicht nur textlich tip-top, sie geleiten meinen Sohnemann auch gleich musikalisch in die richtige (i.e. Papas) Richtung. Nach einem Live-Konzert diesen Sommer in Nippes spricht er von nichts anderem mehr. Rolf Z. kann einpacken.

  12. Tanja Müller sagt:

    Ich kann mich über den Musikgeschmack unserer 3-Jährigen wirklich nicht beschweren. Es ist für jeden was dabei.
    Hier ihre aktuelle TOP 5 Playlist:

    1. Lass jetzt los – Disneys die Eiskönigin (ja, volles Klischee)
    2. bye, bye – Cro
    2. Hey Kids – Cro
    3. Shut up and Dance (sprich: schabber Dance bance) – walk the moon
    4. Auf anderen Wegen – Andreas Bourani
    5. Geronimo – Shepard

    Bei allen Liedern singt meine Tochter inbrünstig mit, wir hingegen müssen still sein denn „ihr könnt das doch gar nicht. Bei euch klingt das immer irgendwie komisch.“ 🙂

  13. Sebastian sagt:

    Ja, Giraffenaffen 2 ist schon weit vorne. Aber auch „Eule findet den Beat“. Nichtsdestotrotz: Abwechslung tut Not, da Kinder anscheinend die immer und immer gleichen Songs quasi in Endlosschleife hören können.

  14. Donngal sagt:

    JA, die Giraffenaffen ertrage ich auch gerade noch, bzw. finde ich zum Teil richtig gut. Die CD klingt aber auch interessant.
    Ich find auch Rotz ’n‘ Roll Radio ganz gut, meine Frau eher nicht. Positiv aufgefallen ist mir noch, dass es beim letzten Oxo 86 Album ‚Auf die Liebe und auf die Sehnsucht‘ ein paar Kinderlieder als Extra-CD dazu gibt. Das habe ich aber noch nicht an meinem Sohn ausprobiert, weil der schon ‚Randale‘ die Kinderlieder mit Punkeinschlag machen, nicht so toll fand, war ihm zu laut.

  15. Düse sagt:

    „… Und die Trommel, und die Trommel, die macht Bum-bum-bum…“
    Die 7893 schönsten Kinderlieder aus Spielgruppen, Turnen und anderen pädagogisch wertvollen Kursen scheppern täglich vorwärts/rückwärts/seitwärts in Endlosschleife aus einem kleinen tragbaren Kinderplayer (mit Mikrofon!!).
    Wir haben sie alle.
    Mir bluten die Ohren.
    Abwechslung wäre ein Traum.

  16. Andrea sagt:

    Unser Sohn geht seit Herbst in den Kindergarten. Am liebsten singt er seitdem die neuen Kindergarten-Lieder. Neulich hat er beim Einkaufen dauernd „uuuunser Goooohoooot“ gesungen. Katholischer Kindergarten halt ☺. Etwas Kontrastprogramm könnten wir daher gut gebrauchen.

  17. Uli sagt:

    Bei uns laufen die „Giraffenaffen“ rauf und runter, das ist gerade noch erträglich.

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