Familie Babyvaters Umzug – Was wir alles planen müssen

Ja, es ist soweit. Ich habe das Drei-Zimmer-Level durchgespielt und ziehe in eine Vier-Zimmer-Wohnung. Seitdem mein zweites Kind geboren wurde, war mir bewusst, dass ich früher oder später diesen Schritt gehen muss. Mir wäre es später – des Geldes wegen – lieber gewesen. Aber uns wurde ein Angebot gemacht, was wir nicht abschlagen konnten. Nun ist es soweit. Eine größere Wohnung in Köln zu einem Kaltmietenpreis von 10 EUR/qm. Da kann man nicht meckern. Wohin? Um die Ecke! 25 Meter Luftlinie von unserer jetzigen Wohnung entfernt. Also im gleichen Neubau-Familienghetto. Das birgt eine Menge Vorteile: Die Kita bleibt die Gleiche, die Schule ist um die Ecke. Aber sonst? Macht das die Planung des Umzugs einfacher? Nein! Wird es deswegen günstiger? Nein! Hat man deswegen weniger Stress? Nein! Ein Umzug mit Kindern ist nervig und stressig, die Planung ist kompliziert und nicht mit der guten alten Studienzeit zu vergleichen. In diesem Beitrag möchte ich euch gerne über die Vorbereitungen, Ex-Vermieter und meinen Planungsstand informieren.

Die Sache mit dem Vermieter – Warum die Wohn- und Heimbau eG Genossenschaft eine Enttäuschung ist

Genossenschaften haben ein super Image. Genossenschaftliches Wohnen ist ein Mittelweg zwischen Miete und Eigentum. Das Besondere ist, dass man nicht nur Mieter, sondern auch Mitglied ist. Soweit die Theorie. Das mag auch bei vielen so stimmen. Meine Genossenschaft hingegen kümmert sich einen Feuchten um gemeinschaftliche Werte. Zu keinem Zeitpunkt verhielt sie sich kooperativ oder hat den Anschein geweckt, sie würde sich um meine Interessen scheren. Sagen wir mal so: Sie hat knapp zwei Monate gebraucht, um einen Nachmieter für meine sechs Jahre alte Drei-Zimmer-Wohnung in Köln zu finden. Dabei habe allein ich mindestens 15 Interessenten rübergeschoben. Auf meine Fragen nach dem aktuellen Stand, habe ich überhaupt keine Rückmeldung bekommen. Telefonisch hatte ich es von Minute 1 mit genervten Mitarbeitern zu tun, die mir unempathisch das Kölsche Mantra „Et kütt wie et kütt“ vor den Latz knallten. Das Endresultat war, dass ich nach einer wochenlangen Hängepartie zwei Monate doppelt Miete zahlen musste.

Liebe Kölner Leser, wenn ihr eine Wohnung von der Wohn- und Heimbau eG seht, dann geht äußerst kritisch mit denen um. Bist du alleinstehend? Dann brauchst du dich gar nicht erst zu bewerben. Die zwei Kontakte, die ich weitergeleitet habe, hatten nie wirklich eine Chance. Ich finde so etwas grausam und diskriminierend – erst Recht für ein Unternehmen, das sich genossenschaftlich schimpft. Ganz abgesehen von den Klagen von anderen Mietern, die in den letzten Jahren zu hohe Betriebskosten angemahnt haben und immer Recht bekommen haben. Wer immer nett alles bezahlt und nie aufmuckt, wird nicht dafür belohnt. Man sollte äußerst kritisch mit der Wohn- und Heimbau eG und anderen Vermietern umgehen. Wer das auch kennt – unten in den Kommentaren ist die Kummerbox!

Umzug: Küche mitnehmen oder neu kaufen?

Die Vormieter meiner neuen Wohnung haben ihre Küche mitgenommen. Ein Problem mehr. Nun musste ich schauen, was ich mit meiner hochwertigen Küche aus Anno 2011 machen soll. Meine Planung sah vor, dass ich sie an meinen Nachmieter verkaufe und ich mir eine neue gönne. Am besten von IKEA, weil diese schnell geliefert werden kann und günstiger ist als vergleichbare Angebote. Voraussetzung für diese Denke ist, dass

  1. mein Nachmieter und ich uns einig werden und
  2. überhaupt ein Nachmieter gefunden wird, mit dem man verhandeln kann.

Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, bin ich lange zweigleisig gefahren. Mit meinem Küchenbauer, dem exzellenten Team von Möbel Leyendecker am Bonner Wall in der Südstadt, habe ich besprochen, was ich alles neu benötige, wenn ich mit der Küche umziehe. Arbeitsplatte, Spritzschutz, Leisten und das ganze Gedöns. Das tat ich auch. Das Angebot lag mir mir zur Freigabe vor. Gleichzeitig ging ich zu IKEA und plante eine neue Küche. Im Fall eines Verkaufs an meinen Nachmieter musste schließlich alles schnell gehen. Ein Haushalt ohne intakte Küche ist mit zwei Kindern kaum zu handeln. Auch aus diesem Grund war ich sehr ungeduldig, was die Nachmietersuche anbetrifft. Da kein Nachmieter gefunden wurde (und das in Zentrumsnähe Kölns!), musste ich eine Entscheidung treffen. Ende Mai gab ich Leyendecker die Freigabe für das Angebot. Laut meinen Berechnungen wird mich das 1.000 EUR mehr kosten als wenn ich eine neue gekauft hätte. Danke Wohn- und Heimbau! Gez. Babyvater, der Wutbürger

Jeder Umzug braucht einen Plan – und Budget!

Doppelte Mieten, Kautionen, Genossenschaftsanteile, Streichen, Farbe, Umzugsunternehmen, Umzugskartons, Möbel – ihr wisst worauf ich hinaus will: C.R.E.A.M. – Cash rules everything around me. In meinem ganzen Leben habe ich mir noch nie so viele Gedanken um Geld gemacht. Kein Wunder! Natürlich sind Kautionen und Genossenschaftsanteile keine klassischen Kosten, man bekommt sie ja verzinst (Haha!) wieder zurück. Dennoch ist das Geld für einen langen Zeitraum nicht mehr verfügbar. Ich empfehle dringend eine Haushaltsbuch mit allen Ein- und Ausgaben zu pflegen. Baut euch ruhig einen Puffer ein und rundet bei den Ausgaben ruhig auf. Setzt auch einen Posten für unvorhersehbare Kosten ein. Irgendwas ist ja immer. Das was übrig bleibt – wenn überhaupt – summiert ihr in euer Netto-Haushaltseinkommen. Ihr habt so etwas schon? Sehr gut. Demgegenüber habe ich einen Ausgabeposten für den Umzug erstellt. Wenn ich Überschuss und Ausgaben gegenüberstelle, werde ich Nettokosten von 7.800 EUR aufstapeln. Na ja, selber schuld. Ich werde viele Dinge outsourcen. Auf Facebook habe ich kürzlich gefragt, was ich alles outsourcen soll. Hier die Antworten:

Meine Checkliste für den Umzug

  • Umzugsunternehmen frühzeitig recherchieren und Preise vergleichen. Am besten bereits zwei Monate im Voraus, sonst wird es mit dem Wunschtermin knapp. Hebt die Rechnung auf, weil diese steuerlich absetzbar sind (haushaltsnahe Dienstleistungen)
  • Umzugskartons besorgen: Ich habe mir etwa 50 Prozent im Bekanntenkreis geliehen, den Rest habe ich mir bei IKEA besorgt. Das Umzugsunternehmen wird zwar kotzen, weil nichts einheitlich ist, aber ich muss auch schauen, wo ich bleibe
  • Lieferzeiten für die neuen Möbel oder die Küche beachten. Je nachdem, wo ihr eure Küche gekauft habt, kann es bis zu 11 Wochen dauern
  • Freunde aktivieren: Malerarbeiten, Abbau von Lampen und Gerätschaften, Verfugen der alten Wohnung, Abbau der Küche – das alles geht schneller, wenn man Hilfe hat. In Zeiten der aktiven Elternschaft sind passende Termine rar und die Ausreden nicht weit. Umso mehr ihr alleine machen wollt, desto mehr Hilfe braucht ihr. Am besten auch hier zwei Monate im Voraus in die Whatsapp-Gruppe eine bemitleidenswerte Anfrage stellen und wöchentliche Reminder schicken. Auch wenn alle über euch lachen – am Ende gilt das Sprichwort „Dummheit lacht am lautesten“!
  • Stromanbieter benachrichtigen
  • Telekommunikationsanbieter benachrichtigen, um nicht auf Telefon und Internet zu verzichten
  • Sperrmüll bestellen: Nutzt die Gunst der Stunde und trennt euch radikal von Dingen. Alles, was ihr in den letzten Jahren nicht gebraucht habt, kann weg!
  • Richtet einen Nachsendeauftrag ein. Hier ist das Formular: Nachsendeauftrag
  • Werkzeuge: Ihr habt keinen Werkzeugkasten? Dann wird es jetzt Zeit! Bohrmaschine und Akkuschrauber kann man sich auch leihen
  • Baulampen: Die neue Wohnung ist meist nackt. Besorgt euch ein paar Baulampen damit ihr beispielsweise beim Streichen seht, was ihr fa(r)briziert (höhö)
  • Farbe, Pinsel, Farbroller, Teleskopstangen besorgen

Folgende Umzugsarbeiten habe ich rausgegeben:

  • Umzugsunternehmen: Ich habe bei Immoscout meine Umzugsanfrage gestellt und wurde in den darauffolgenden Tagen von fünf Unternehmen angeschrieben. Den Zuschlag habe ich an die Edelmann Umzüge gegeben, weil es die Einzigen waren, die zu uns in die alte Wohnung gekommen sind und mir ein konkretes Angebot gemacht haben. Das war transparent und auch nachvollziehbar. Das Unternehmen wird auch zwei Betten und einen Schrank abmontieren und wieder aufbauen
  • Küchenbauer: Ein Bekannter hat mir einen privaten Küchenbauer empfohlen, den habe ich angeschrieben. Er baut nun meine alte Küche provisorisch in der neuen Wohnung auf, bis die fehlenden Leisten etc. geliefert werden. Das dauert nämlich. Natürlich werden diese nicht pünktlich geliefert. Danke Wohn- und Heimbau!
  • Was ich mit dem bestellten Pax-Schrank mache, weiß ich noch nicht. Die Entscheidung sollte ich aber bald treffen…

Umzug: Was ich selber mache:

  • Küche abbauen: Das mache ich schön mit einem Freund, der weitaus begabter in solchen Dingen ist als ich. Das ist aber keine Kunst. Ein dressierter Affe ist handwerklich besser aufgestellt als meine Wenigkeit. Leider.
  • Spachteln: Meine alte Wohnung gleicht einem Schweizer Käse. Alleine die acht Bohrlöcher in der Wandhalterung für meinen 55-Zoller gleichen einem Kriegsschauplatz. Da wird eine Menge Putz die Wand entlang gestrichen. Das mache ich auch gemeinsam mit einem Freund, der das kann.
  • Wertstoffhof: Ich bin jetzt bereits zwei Touren zum Wertstoffhof der glorreichen AWB in Köln gefahren. Für den Rest – und das ist einiges – hat meine liebe Gattin bereits den Sperrmüll bestellt. Das ist einer der Vorteile von Umzügen: Schmeiß alles weg, was geht! Was sich alles für ein Kram ansammelt… Wahnsinn. Nach der Geburt unseres zweiten Kindes hat das nie dagewesene Dimensionen angenommen.
  • Streichen der neuen Wohnung samt Kauf der Farbe. Hier habe ich mich für Alpina entscheiden. Soll ja ganz gut decken und war im Angebot im Toom Baumarkt um die Ecke. Außerdem ist das weiße Kätzchen auf dem Eimer so süß. Wir werden sehen und ich werde euch berichten.

alpina-farbe-umzug

Fazit

Ich habe versucht so wenig wie möglich rauszugeben, aber ich bin einfach ein Tollpatsch, was handwerkliche Dinge anbetrifft. Ganz abgesehen vom Zeitfaktor. Ich habe bereits jetzt den Eindruck, dass 30 Prozent meines Tagespensums für den Umzug draufgeht. Das nervt mich alles und ich kann mich in diesem Moment kaum auf meine neue, schöne und geräumige Wohnung freuen. Das wird hoffentlich kommen, wenn dieser ganze Stress vorbei ist.

Checkt gerne unsere sozialen Kanäle. ich werde in den nächsten Tagen und Wochen so einiges posten und euch an meinem Leidensweg Teil haben lassen.

Lieben Gruß,
euer Babyvater


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Babyvater

Babyvater

Der Autor Janni "Babyvater" Orfanidis gehört zu unserem Stammpersonal und ist einer der Gründer von "Ich Bin Dein Vater". Der gebürtige Kölner ist Ehemann, Kommunikationsberater und Vater von zwei Kindern (2011|2016). Aber ansonsten geht es ihm eigentlich ganz gut.

5 Antworten

  1. Elischeba sagt:

    Mit Kids umzuziehen stelle ich mir voll Horror vor. Mein Mann findet euren Spruch „früher waren wir cool – jetzt sind wir Väter“ übrigens mega klasse …. auch aus eigener Erfahrung 😉

  2. Rachel sagt:

    Wow! Was ein Plan, den ein oder anderen Punkt merke ich mir. Wir ziehen bald mit zwei Kleinkindern ins Ausland und sind nicht ansatzweise so gut vorbereitet Ihr schafft das auf jeden Fall!

  3. Alu sagt:

    Ich kann das sehr, sehr gut nachvollziehen! Wirklich sehr, sehr gut! Bleib tapfer!! lg Alu

  4. FranziskaR sagt:

    Zum Pax Schrank; wir haben einen, sogar mit allem Schnickschnack wie Licht, vielen Schubladen und Schwebetüren, zu zweit an einem Tag aufgebaut. Und das ohne großes handwerkliches Geschick. Wenn man sich akribisch an die Anleitung hält (die überraschend einfach gehalten ist) geht das. Also wenn ihr noch nen Tag Zeit habt, macht das selbst! 😉

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