Rezension Bushido-Song Papa – Vom Gangster zum Papa-Rapper

Buschido hat ein neues Lied und auf YouTube hat er innerhalb eines Tages die eine Millionen-Marke gerissen. Stark. Wir haben uns den Song reingezogen. Daraus ist ein Brief an Bushido geworden. Der Kommentar steht unbeachtet unter dem Video auf YouTube.

Lieber Carlo Cokxxx Nutten,

wir haben uns dein Lied angehört, was ja sensationell bei deiner Zielgruppe ankommt. Unseren Rant wirst du daher sicherlich verkraften – geschweige denn überhaupt mitbekommen. Aber fangen wir mal an:

Deine Opferrolle

Du wirst bestimmt deine alten Fans gut mit diesem pseudo-pathetischen Song abholen, weil sie ja auch älter geworden sind. Eine Liebeserklärung an deine Kinder ist der Song trotzdem nicht. Er manifestiert die Opferrolle, um die du deine Promo gerne strickst. Schade, dass du deine Kinder und somit deine Familie da mit reinziehst. Anstatt ihnen Mut für die Zukunft zu machen, erbaust du Mauern.

Mach ruhig weiter mit „Die sind die Bösen, wir die Guten“, dann kannst du weiterhin mit „Lila-Scheinen“ Barbies im T€Di und Briefmarken in der Post kaufen.

Mut vs. Wut – Me & my kids against the world

Dein Song hört sich an, wie ein offener Brief an deine Kinder. Sie sollen sich nicht von den Sprüchen anderer beirren lassen und ihren Weg gehen. Da bin ich und die ganze Welt hundertprozentig deiner Meinung. Das ist common sense. Du wirst kein Elternteil weltweit finden, welches dir in diesem Punkt (öffentlich) widersprechen würde.

Was jedoch positiv beginnt, endet mit einem Bushido „Wir-Sind-Die-Geilsten-Die-Anderen-Haben-Kein-Ahnung-Und-Sind-Pappnasen“-Mantra. Klar, das muss. Du kommst ja nicht aus Stuttgart.

ABER: Anstatt deine Kinder in ihrer Einzigartigkeit zu bestärken, baust du mal wieder deine buschinistischen Zäune auf und rappst von „DIE“ und „WIR“, Freunde und Feinde, Schwarz und Weiß. Für einen Durchschnitts-Song, der weit hinter deinen anderen Werken rangiert, instrumentalisierst du deine eigenen Kids für einen temporären Erfolg.

Wo ich hart lachen musste, war in diesem Part: „Sie wollten uns schon alles nehm’n, sogar euren Kitaplatz“.
Haha! Genial. Ich sehe die Fackelzüge in deinem Berliner Reihenhaus-Idyll, die Hundertschaft, die durch hartes Geballer deine Kinder aus der Kita schafft. Begründung: Vaterschaft. 🙂

Um positiv zu enden. Der Reim ist fett und hat etwas von Reflektion. Leider hast du die Schraube nicht weiter gedreht!

Doch weil Papa in sein’n Liedern böse Sachen sagt
Denkt die ganze Nachbarschaft, dass er auch böse Sachen macht
Aber Papa sagt die Sachen, die er sagt Nur damit er nicht mehr tun muss, was Papa früher tat“

Es grüßt dich, Ich Bin Dein Vater

Babyvater

Babyvater

Der Autor Janni "Babyvater" Orfanidis gehört zu unserem Stammpersonal und ist einer der Gründer von "Ich Bin Dein Vater". Der gebürtige Kölner ist Ehemann, Kommunikationsberater und Vater von zwei Kindern (2011|2016). Aber ansonsten geht es ihm eigentlich ganz gut.

1 Antwort

  1. 6. Juni 2017

    […] Streitsucht ist. Anlass: sein neuer Track „Papa“, den Janni letzte Woche bereits kurz besprochen hatte. Was ist Bushido denn nun: Guter Vater? Opfer? Gangster? Spießer? Alles davon oder gar […]

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