Machos & Patriarchen? Vorurteile und Fakten über Väter mit Zuwanderungsgeschichte

Babyvater

Babyvater

Der Autor Janni "Babyvater" Orfanidis gehört zu unserem Stammpersonal und ist einer der Gründer von "Ich Bin Dein Vater". Der gebürtige Kölner ist Ehemann, Kommunikationsberater und Vater von zwei Kindern (2011|2016). Aber ansonsten geht es ihm eigentlich ganz gut.

7 Antworten

  1. almut sagt:

    Ich teile Deine Meinung, stolpere über diese Vorurteile in Seminaren, auf Elternabenden und finde sie unsäglich kontraproduktiv. Doch Du findest die Kategorie „Herkunftsland“ so ärgerlich, wie ich die Kategorie „Geschlecht“. Und deshalb machst Du in Deinem Text, der sich gegen Kategorien wendet, eine neue Schublade auf:

    „Im Vergleich zu den Müttern, die deutlich vorsichtiger und behütender erziehen, scheinen wir eher etwas durchgehen zu lassen. Indem wir größere Freiräume gewähren, wecken wir die Abenteuerlust, was Kindern ein kräftiges „geistiges Futter“ gibt.“

    WIR Väter? Es gibt nicht DIE Mütter an sich und im allgemeinen, genausowenig wie es DEN Vater und sein Verhalten gibt. Schau dich um und pack nicht alle in dieselben (meist mit Hierarchien verbundenen) Schubladen. Wenn Du die Mütter übersiehst, die anders handeln, als Du es von Müttern im Allg. annimmst, und die „vorsichtigeren und behütenderen“ Väter als Ausnahme wahrnimmst, dann gibst Du so ganz nebenbei Klischees an Deine Kinder weiter, obwohl Du Dir doch genau diese Sensibilität im Punkt Herkunft/Aussehen von anderen wünschst…

    • Babyvater Babyvater sagt:

      Du hast Recht almut.

      Ich beziehe mich in erster Linie auf Statistiken und Durchschnittswerte von Langzeitstudien. Seh‘ mir bitte die Überspitzung nach. Das ist nunmal mein Stil. 😉

      Mein Stil?: Kein Mittelwert einer Studie beschreibt eine konkrete Person, sondern vielmehr eine Tendenz. Wahlprognosen sind auch nicht immer 100%ig korrekt, aber auch hier gibt es Methoden einen Wert zu ermitteln, der am Ende sehr nah rankommt. Natürlich ist jede Mutter, Vater, Kind, Oma und Opa individuell und unterschiedlich. Diese Diffenernzierung in hunderte Grautöne sind korrekt aber etwas schwierig in Worte zu fassen. Letztendlich lassen sie kaum spitze Formulierungen zu. Und die mag ich doch so gerne… 😉

      Viele Grüße,
      Babyvater

      • almut sagt:

        „Kein Mittelwert einer Studie beschreibt eine konkrete Person, sondern vielmehr eine Tendenz.“
        Warum gilt das für Dich bei Mann-Frau und soll bei Hautfarbe, Herkunft… nicht gelten? „Tendenz“?? Wann darf ich dir als Argument heranziehen? Genau das ist doch das Argument derer, die ihre Kinder nicht auf Schulen mit hohem… ja was? -Anteil schicken. Hier argumentierst du anders, als bei Deiner Beschreibung unterschiedlicher Erziehungsstile. Schade.

        • Babyvater Babyvater sagt:

          Hier muss ich Dir leider widersprechen. Natürlich habe ich auch für die These, dass Männer tendenziös etwas dynamischer und mutiger mit Kindern spielen, eine Studie zu Rate gezogen, nur nicht verlinkt. Ich setze durchaus gleiche Maßstäbe an und unterscheide nicht willkürlich.

          Und: Nicht jeder Vater ist mutig und nicht die jede Frau ist ängstlich. Das ist quatsch und wenn man das aus dem Text herausliest, dann tut mir das auch ehrlich leid.

          Hier die Studie: http://www.zeitschrift-fuer-familienforschung.de/pdf/2005-1-oberndorfer.pdf

  2. Der_Papa sagt:

    Der Evaluationsbericht ist ja wirklich interessant. Ob ich da als „Hybrid“ auch noch erfasst bin? Oder zählt das dann nicht?
    Das ich nicht ganz „deutsch“ aussehe, fällt mir auch nur dann auf, wenn ich mit solchen Vorurteilen konfrontiert werde. Zum Glück ist das bis jetzt sehr selten gewesen und hat sich eher in Beschimpfungen geäußert wie, „sch… Türke!“ und ein „sch… Jude!“ war auch schon dabei. Das dabei noch kein einziges mal meine ethnische Herkunft korrekt erraten wurde, lässt ja auch auf einiges an Voruteilen schließen. Ich hoffe, dass meiner Tochter solche Erfahrungen erspart bleiben, aber ich befürchte, bis wir uns alle als Weltenbürger sehen, müssen noch einige Generationen kommen und gehen…

  3. Herzmutter sagt:

    Interessantes Thema… Und dieses sch… Plakat!! Gibt’s die etwa irgendwo? Noch nie gesehen… Ich kenn übrigens auch positive Vorurteile (habe mit Flüchtlingen gearbeitet die mir viel erzählt haben); daß zum Beispiel viele Afghanen liebevollere Väter sind (Mütter übrigens auch) und mehr durchgehen lassen 🙂

    Liebe Grüße, Janina

  1. 2. Juni 2014

    […] “Ich bin dein Vater” schreibt Babyvater über Väter mit Zuwanderungsgeschichte (oder wie er sie auch nennt: “Schwarzkopf-Väter”), welchen Vorurteilen sie ausgesetzt […]

Schreibe einen Kommentar zu Der_Papa Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.