Kingsize für alle

Ich hatte mal (fast) ein Bett!

Kingsize für alle

Heute Nacht bin ich in meinem Bett aufgewacht. Naja, ehrlich gesagt, halb auf dem Holzrahmen meines Bettes, halb auf der Bettkommode. Warum? Wir haben seit etwa 11 Monaten immer wieder mal einen Übernachtungsgast.

Ich liebe mein Bett und ich liebe es auch mit meiner Frau darin zu schlafen. Damit meine ich jetzt tatsächlich geruhsamen, zuckersüßen Schlaf – mit all seinen Phasen.

Es ist ein gutes Bett. Kürzlich habe ich es sogar noch hochgerüstet: Top Matratze mit sieben Zonen und ein Lattenrost, das mehr individuelle Einstellungsmöglichkeiten hat als der Mars-Landrover. Und wo liege ich? Halb auf dem Rahmen, halb auf der Kommode. Den ganzen Quatsch hätte ich mir also sparen können.

Wobei – mein kleiner Sohn scheint mit seinen wenigen Lebensmonaten diesen Komfort auch bereits sehr zu schätzen. So sah es zumindest heute Nacht aus, als ich leicht orientierungslos und in verrenkter Haltung, die jedem Yoga-Meister den Schweiß auf die Stirn treiben würde, die Augen aufschlug.

Mein kleiner Mann lag in der Mitte des Bettes, bäuchlings, alle Viere von sich gestreckt. Er schlummerte selig und sein Gesicht zeigte engelsgleiche Friedlichkeit. Totales Kontrastprogramm zu meinem Gesicht, auf dem sich neben Schmerz die Kontur meines iPhones abzeichnete. Mit ein wenig Genugtuung konnte ich sofort erkennen, dass meine Frau es nicht besser getroffen hatte. Wir beide hatten dem kleinen König respektvoll Platz eingeräumt, der, gemessen an seiner Körpergröße, noch 10 weiteren Babys Platz bieten würde.

Was ist bloß passiert?

Diese Annektierung von Schlafraum ist schleichend verlaufen. Wir haben das Problem selbst gezüchtet. Früher hatte ich fast mal ein Bett. Fast, weil ich es mir vor der Geburt meines Sohnes mit meiner Frau teilen musste. Das ist prinzipiell nicht schlimm – ganz im Gegenteil. Es ist sogar großartig. Abgesehen von der Tatsache, dass ich schnarche. Da ich jede Nacht die Kreissäge anschmeiße, hat sich meine Frau mittlerweile angewöhnt, mir mal mehr oder weniger deutlich mit ein paar gezielten Tritten die Botschaft zu senden, die Arbeit einzustellen. Damit habe ich mich arrangiert. Das gehört nach den vielen Jahren sogar zu meiner Vorstellung von perfektem Schlaf. Mir ist es so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich sogar im tiefsten REM-Schlaf antworte, Besserung gelobe und mich wegdrehe, ohne auch nur ansatzweise am nächsten Morgen etwas davon zu wissen.

Doch jetzt ist alles anders. Ich bin nicht mehr Herr in meinem Bett und die Schmerzen kommen jetzt nicht mehr von den Tritten meiner Frau, sondern von meinem Rücken.

Wir haben aber schon eine Lösung für das Problem! Wir kaufen ein neues, größeres Bett!

Gute Nacht!

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9 Antworten

  1. ssbds sagt:

    Meine Frau stillt unseren Sohn (2 Monate) nachts bei uns im Bett, so muß keiner aufstehen und die Nacht ist für alle ausreichend lang. Unser Bett ist 2 Meter breit, mit 3 Personen ist das völlig in Ordnung…
    Unsere Tochter (7 Jahre) ist der Meinung, wenn ihr kleiner Bruder bei Mama und Papa schlafen darf, darf sie das auch. Aber unser Bett ist 2 Meter breit, mit 4 Personen ist das völlig in Ordnung…
    Unser Sohn (9 Jahre) denkt sich dann, dass es nicht sein könne, dass er als einziger in seinem Bett schlafen muss…
    Nein, mit 5 Personen ist auch ein 2-Meter-Bett zu schmal, weswegen ich auch den Platz halb auf dem Rahmen angenommen habe. Ich liebe meine Familie!

  2. Tschyves (Hugh) sagt:

    Klasse! ich lieg auch immer auf dem Rahmen. Und das obwhol wir auf einer Wiese von 260 auf 200 nächtigen. Die kleinen Rollmöpse (5 und 2 Jahre) schaffen es allerdings trotzdem die alten an den Rand zu drängen. Und trotzdem ist Familenbett eine schöne Sache 🙂

  3. Bine sagt:

    Das ist der Grund, warum man noch im Wochenbett mit der neuen Familie und den Eltern zum Möbelschweden rennt ^^ und der neue Opa den neuen Zwerg Stunden herumkutschiert, während die neuen Eltern nach einem Bett mit Platz für mindestens fünf Personen suchen 😉
    Euer Blog ist einfach Herr-lich 😉 Danke 🙂

  4. Sven sagt:

    ich bin froh, dass unsere beiden nicht zeitgleich rübergekommen sind. Das wäre dann in unseren normierten 1,80 kaum machbar, wenn sie wie ein Krebs in der Mitte liegen und sich nicht mehr bewegen. Es ist schön, ihren Tiefschlaf zu verfolgen, aber es ist auch schön, wenn man wieder seinen eigenen Platz hat 😉 – Ihr Glücklichen habt anscheinend Platz für ein breiteres Bett. Klappt bei uns leider nicht.

  5. DaddyDavud DaddyDavud sagt:

    @Wiebke Haha! 😉 Ich müsste mal Kontakt zu Deinem Mann aufnehmen, um zu erfahren wie er das schafft. 2/3 des Bettes klingen himmlisch. Freut mich, dass Dir der Post gefällt.

    • Also es ist eigentlich ganz einfach: am Anfang ist alles gerecht gleichverteilt: der Mann links, das Kind in der Mitte und die Frau rechts. Dann kuschelt sich das Kind an die Mutter ran und der Mann hat plötzlich unendliche Weiten. Die Frau flieht dann an das untere Bettende, um das Kind nicht zu erdrücken. Fertig. 😉

  6. Hihi, ich piekste meinen Freund auch regelmäßig, wenn die ersten Bäume fallen 😉
    Wenn unsere Kleine mal bei uns übernachtet, dann sieht es irgendwie anders aus: Der Papa nimmt 2/3 des Bettes ein, das Kind das restliche 1/3 und ich quetsche mich zusammengekauert ans Fußende. 😛
    Viele Grüße, Wiebke

  1. 25. August 2015

    […] Wie Spiele nun mal so laufen, muss man als schlafen wollender Vater ab und zu an der Taktik schrauben. Aktuelle laufen die Dinge so: Einschlafen im eigenen Zimmer und Bett, dann drei bis fünf Stunden später rumbrüllen und nur noch im Elternbett weiterschlafen wollen, können und müssen. Was das heißt, wissen wir alle. […]

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