Holidays are nice – ein Plädoyer für Urlaub mit Kind

Ich möchte nicht, dass PapaDoc mit seiner kleinen Familie dauerhaft zuhause versauert. Und ich möchte auch nicht, dass er anderen Familien die Lust auf einen Urlaub mit Kleinkind nimmt. Zweifellos hat er Recht, dass sich die Ferien mit Kind massiv vom Erwachsenenreisen unterscheiden, aber hey: Schließlich ändert sich mit einem Kind unser gesamtes Leben und das ist ja erstmal etwas Gutes! Und wie Stefan in den Kommentaren unter deinem Beitrag ganz richtig anmerkt, fahren wir ja gerade in den Urlaub, um ein anderes Setting als zuhause zu erleben.

Ich glaube, die Frage, ob man mit einem kleinen Kind in den Urlaub fährt, ist die falsche. Stattdessen geht es darum, ab wann, wie und wohin man reist. Für mich kann ich diese Fragen nach zwei Vaterjahren ziemlich klar beantworten.

Holidays

 

Ab wann?
Es spricht vieles dafür, dass das Reisen mit einem Säugling sogar einfacher ist, als mit einem Kleinkind: Babys schlafen eigentlich immer und überall, ihre Nahrung ist leicht am oder im Körper zu transportieren (das findet übrigens auch Kerstin von www.kidsaway.de) und sie sind kaum mobil, halten also auch einen Langstreckenflug lang mal still.

Persönlich halte ich trotzdem nicht so viel davon, allzu früh auf große Fahrt zu gehen, denn seien wir ehrlich: Die Kleinen haben nichts anderes davon als Stress und die Reise dient nur der Befriedigung von Elternbedürfnissen nach Urlaub. Schließlich braucht ein Säugling kein südamerikanisches Hochgebirge, um mal „etwas Neues“ zu sehen – da ist der nächste Wald auch schon aufregend genug.

Wir mussten wegen eines Wasserschadens notgedrungen nach sechs Monaten unseren ersten Urlaub antreten und das empfinde ich bis heute als recht früh – auch wenn es sehr schön war.

Wie?
Hotels sind flop, Ferienhäuser sind top!

Als Paar sind wir eigentlich immer in Hotels gereist, denn die Vorzüge liegen auf der Hand: täglich geputztes Zimmer, kein Stress in Sachen Einkaufen und Kochen, Erholung pur! Mit Baby im Gepäck sieht so ein Hotelaufenthalt auf einmal ganz anders aus: Du hängst abends im gleichen Raum ab, in dem dein Nachwuchs – im selbst mitgeschleppten Reisebett – schlafen soll, Essen gibt’s nur zu festen Zeiten und wickeln kannst du im Zweifel auf dem Teppichboden deines Zimmers. Den Orthopäden freut’s.

Wir haben mittlerweile drei Aufenthalte in Ferienhäusern hinter uns und für mich ist das die perfekte Art, mit Kind zu reisen. Die eigene Infrastruktur ist dank Anreise mit dem Auto einfach mitgenommen und fix aufgebaut. Damit ist die Familie komplett selbstbestimmt, was Schlafen, Essen & Co. angeht. Die Downside: Die Frau muss auch im Urlaub kochen, waschen und putzen.

Das ist natürlich nur ein Spaß 😉 Essen kann man auch auswärts, wobei Kochen in meinen Augen im Urlaub sowieso eher zur Freizeitbeschäftigung wird als Stress zu sein. Auf Wäsche Waschen kann man auch mal zwei Wochen verzichten (müsste man im Hotel ja auch) und die 50,- Euro für eine Reinigung der Ferienresidenz machen den Braten meist auch nicht fett.

Wohin?
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Doofer Spruch, trifft trotzdem meine Meinung. Den Kids ist es ziemlich egal, ob sie in Holland, auf Mallorca oder im thailändischen Dschungel urlauben, so lange sie dort coole Dinge machen. Warum also einem Kleinkind einen Langstreckenflug zumuten? Für mich steht fest: Die Urlaubsdestinationen der nächsten Jahre liegen alle in Europa, wahrscheinlich größtenteils sogar in einem Radius, der sich mit dem eigenen Auto bewältigen lässt.

Also, PapaDoc, überleg schon mal, wann du wohin reist, denn eins steht für mich fest: Zusammen mal für ein paar Tage oder Wochen aus dem Alltagstrott rauszukommen, tut der Familie gut. Die Kids merken nämlich auch, dass Papa und Mama auf einmal deutlich entspannter drauf sind als zuhause.

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Lempi

Lempi

Der Autor Thomas "Lempi" Lemken ist Papa von zwei Töchtern. Das bedeutet: Als einziger von uns lebt er mit gleich drei Frauen unter einem Dach. Neben seiner Funktion als Leithammel, ist er Gründungsmitglied, Stammautor und Lektor unseres Blogs.

4 Antworten

  1. BNG sagt:

    # Ferienhäuser sind top! Da stimme ich voll uns ganz zu, gerade wenn die Kleinen zu klein zum Kids club sind. Auch reist bei uns noch der Stubentiger mit seiner Logistik (Transportbox, Klo,Streu, Futter) mit, sodass die Ferienhäuser bisher sehr gut geeignet waren.

    Unser Auto sieht immer ähnlich aus, wobei wir zusätzlich noch einen Anhänger für die ganze Logistik haben.

    ?????Was haltet ihr von einer kleinen Sammlung von Ferienhäusern, die kindererprobt sind und wo einzelne Familien schon gute Erfahren gemacht haben – damit meine ich nicht Center Parcs und Landal, sondern gerade die kuschligen Häuser mit Kamin, Sauna, Eckbadewanne mit Blubber (Badewanne ist z.B. ein Muss in meinen Augen als Wasch- und Spaßlandschaft für die Kleinen)…und auch in netter Umgebung?!!??!?!

  2. Ach, da bin ich aber über die Gegendarstellung dankbar! Dem ist nichts hinzuzufügen 🙂 Ach doch: herliches Foto von dem vollgepackten Auto…

  3. PapaDoc sagt:

    Lempi, ICH BIN ENTSPANNT!!!!!!!!!!!! WANN MERKST DU DAS ENDLICH?????

    Julchen hat die Sache in die Hand genommen. Machen wir uns also nichts vor, die Sache ist gelaufen.
    Wahrscheinlich gehen wir Wandern und schlafen in einem Familienhotel 🙁
    Man, wie ich mich freue…. Ich werde berichten.

    • Ulrike sagt:

      Es gibt Schlimmeres als Urlaub unter Gleichgesinnten und „Leidensgenossen“ in einem Familienhotel… Meine Erfahrungen waren durchweg positiv und Erholung und Zeit für die Eltern sind eigentlich sicher. 😉

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