Forever young – Momente, die aus einem gestandenen Mann einen gebrochenen Teenager machen

Survival of the fittest im Supermarkt - Ich Bin Dein Vater - Vaterblog

Survival of the fittest im Supermarkt

Es ist Samstag. 10 Uhr. Er steht wieder an: Der Wocheneinkauf der Babyvater-Familie.

Eigentlich mag ich es sehr, mit meiner Familie einkaufen zu gehen. Meine Tochter ist sehr neugierig und findet es sehr spannend, durch die Gänge zu schlendern. Manchmal wiederum kann es sehr anstrengend sein. Nicht wegen meiner Kleinen, nein, wegen meiner Frau. So, wie letzten Samstag.

Ich muss hier keinem erklären, wie voll Supermärkte in dieser Zeitspanne sind. Es ist die Hölle. High Noon beim Kampf um die frischsten Birnen und prallsten Tomaten. Der Zombie-Modus bei Call of Duty World of War ist nichts gegen! Als ob das nicht stressig genug wäre, kann eine innerfamiliäre Disposition, so will ich es mal nennen, den Einkaufswagen zum Überlaufen bringen. So war es bei mir. Meine Frau hatte wohl einen schlechten Tag erwischt und kommandierte uns durch die Korridore des hiesigen Supermarktes. Damit ich nicht in Rage geriet, notierte ich einige Befehle live mit. Hier ist die Geschichte, wie Babymutter mit Ihren zwei Kindern einkaufen ging:

Hast Du? Kannst Du? Mach mal!

Kaum drin, husche ich schon zu den Trauben. Wir lieben Trauben. Und das nicht seit gestern. Ich greife also beherzt in die Auslage. Auf einmal ertönt eine bestimmende Stimme aus dem Off: „Sind die keeeeernlos?“. Sowohl Tonlage als auch Lautstärke erinnert mich stark an längst vergangene Tage, als meine Mutter mich von der Schokolade fernhalten wollte. Ich nicke etwas verschämt und grummle „Was denn sonst????“ in mich hinein. „Schaust Du nochmal auf der Rückseite des Regals?? Da gibt es noch mehr Trauben!“. Gut, ich habe zwar schon die Trauben in der Hand, aber warum nicht. „Da sind keine Trauben“, sage ich stolz. „Eeeecht?? Ich komme mal.“ Der Kontrollgang zu mir rüber hat sich gelohnt. „Hmmm, stimmt ja“, säuselt Sie vor sich hin. (WTF des Tages)

Mit napoleonischem Verve und preußischer Gründlichkeit führt uns Babymutter durch die Regalgräben des Supermarktes.

Der Zeigefinger zeigt in alle Himmelsrichtungen, nur nicht zur Freiheit.

„Passt Du auf die Kleine auf?“, fragt sie mich. Zweimal in 30 Sekunden. „Hast Du ein Auge auf Sie? Schau mal was Sie macht!“. Ich bewahre die Ruhe und notiere weiter, bis mich eine spitze Stimme aus der gebückten Haltung reist: „Janni! Pass auf!“. Meine Tochter war so dreist in die eingeschweißte Gurke reinzubeißen…

Als ich in naiver weise Joghurts in den Einkaufswagen packe, höre ich nur, „Das vertrage ich nicht…!“. Laktose-, Fructose-, Gluten- oder Gut-Drauf-Intoleranz: Gib mir eine Banane und halt sie mir auf die Schläfe bitte!

Am Ende ist sie dann wieder ganz  lieb und anschmiegsam. „Können wir Sushi kaufen bitteeee???“, flüstert sie mir lasziv ins Ohr. Na also, geht doch!

Aber warum kontrolliert mich meine Frau beim Einkaufen so konsequent? Bin ich wirklich so verpeilt? – Ich glaube ja!

Meine Frau hat den Artikel bereits vor Euch gelesen. Sie hat gelacht. Also müsst Ihr Euch keine Gedanken machen. Wir werden weiterhin gemeinsam einkaufen gehen. In meinem Notizbuch ist noch ’ne Menge Platz!

Foto

Meine Notizen aus dem Supermarkt…

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Der Autor Janni "Babyvater" Orfanidis gehört zu unserem Stammpersonal und ist einer der Gründer von "Ich Bin Dein Vater". Der gebürtige Kölner ist Ehemann, Kommunikationsberater und Vater einer Tochter. Aber ansonsten geht es ihm eigentlich ganz gut.

8 Antworten

  1. Christoph sagt:

    Meine Frau und ich können nicht gemeinsam einkaufen gehen, da wir beide Kontrollfreaks sind und natürlich die einzigen, die wissen wie es geht. Unsere Lösung ist, dass sie den Einkaufszettel und ich dann einkaufen gehe. Beim Wocheneinkauf höre ich dann Gamingpodcasts 😉

  2. MamaWolke sagt:

    Herrlich! 😀
    Ich weiss jetzt wieder, warum ich lieber alleine einkaufen gehe und meinen Mann mit den Kids daheim allein lasse 😉

  3. Nina sagt:

    Sehr amüsant! Ich glaub ich bin auch so, :-/ Aber gut das mal von einem Mann zu hören/lesen. Ich versuch jetzt mal lockerer zu werden beim Einkaufen, Liebe Grüße

  4. Vadder sagt:

    Ich hab da ne tolle App für, da kann ich abhaken ob ich alles hab 😉 Und wenn ich fertig bin kauf ich die Sachen die ich spontan toll find. Den Einkaufszettel schreibt aber auch meine Frau. Ich übertrag den dann in die App.

  5. Vadder sagt:

    Das sind dann die Momente wo man weiss, warum man eigentlich lieber alleine mit dem Kind einkaufen möchte. Da schiebe ich den Wagen dahin wo ich will. Wenn wir zusammen einkaufen landen wir immer in verschiedenen Gängen. Und wenn die Frau dann eine Wassermelone durch den halben Laden schleppen muss weil ich bei der Aktionsware versackt bin, dann ist sie (wahrscheinlich zu Recht) schlecht drauf. Passiert alleine mit Kind alles nicht.

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