Familienzusammenführung mit Smartphone

DigitaleNähe

Computer, Smartphones und Tablets. Social Media, digitale Medien und Onlinegames – für manche das Vokabular des Grauens. Der Niedergang unserer zivilisierten Gesellschaft. Wir verkommen zu seelenlosen, in Displays starrenden Zombies. Familien zerbrechen an der World of Warcraft-Sucht von Klein-Peter und der Candy Crush-Manie von Mama Birte!

 Doch machen uns Technologie und Internet wirklich zu digitalen Egomanen und Sozialkrüppeln in der analogen Welt?

Es wird viel über die Gefahren und Risiken diskutiert. Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht. Und so paradox das klingt. Seitdem ich Vater bin, merke ich das deutlicher als jemals zuvor.

Meine Frau hat mir kürzlich ein Video von unserem kleinen Mann geschickt, wie er ohne fremde Hilfe und stolz wie Bolle Karottensuppe löffelt. Direkt auf mein Smartphone ins Büro. Ein Moment, den ich sonst verpasst hätte. Eine kleine süße Anekdote in seiner Entwicklung, die ich jederzeit wieder hervorholen und bei Bedarf auch mit Familie und Freunden teilen kann. Digital oder analog.

Natürlich ziehe ich den Liveauftritt einer Aufzeichnung vor. Aber wir leben nicht in einer perfekten Welt, in der wir zu jeder Zeit frei bestimmen können, wann wir wo sein wollen. Manchmal trennen uns die Arbeit oder andere Verpflichtungen von unseren Liebsten.

Anderes Beispiel: Mein Schwiegervater ist Unternehmer und lebt in Asien. Dank Videotelefonie kann er seinen Enkel zumindest am Bildschirm sehen und so an seiner Entwicklung teilhaben. Gerade in der Vorweihnachtszeit ein großer Gewinn für beide Seiten.

Nie war es so einfach wie heutzutage in unserer digitalisierten Welt räumliche und zeitliche Distanz zu überwinden. Früher hat ein Brief mit Fotos oder einem Video teilweise Wochen zu ihm gebraucht. Heute funktioniert das Ganze in Echtzeit. Schöne Momente können wir ohne großen Aufwand direkt dokumentieren. Es genügt ein Griff zum Handy.

Damit meine ich keineswegs: Hey, kommt wir fotografieren uns alle nackt und stellen es online! Es geht mir vielmehr darum, dass wir bei all der – oft auch berechtigten Kritik – nicht aus dem Blick verlieren, wie viele Vorteile wir durch unseren technischen Fortschritt genießen dürfen. Digitale Nähe ersetzt keineswegs die analoge Nähe. Aber: Wenn wir bewusst und verantwortlich mit den Mitteln umgehen, die uns zur Verfügung stehen, dann kann Technologie Familien sogar näher zusammen zu bringen. Es liegt im wahrsten Sinne des Wortes in unserer Hand.

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