Der urbane Jäger und Sammler

11 Antworten

  1. BNG sagt:

    Schäl Sick (rheinisch für „scheele/​falsche Seite“) ist ein im Rheinland heute noch geläufiger Ausdruck für die aus Sicht des Betrachters andere, das heißt „schlechte“ oder auch „falsche Seite“ des Rheins.

    Der Ausdruck Schäl Sick kommt vom kölschen Wort schäle für „blinzeln“, verwandt mit „schielen“ oder „scheel anblicken“. In früheren Zeiten, als es noch keine Dampfschifffahrt gab, wurden Kähne, sogenannte Treidelschiffe, von Pferden flussaufwärts gezogen (getreidelt). Die Tiere wurden dabei vom Sonnenlicht reflektierenden Wasser geblendet, sodass sie das andere Ufer nur „erblinzeln“ konnten. Um die Pferde vor Augenschäden durch die Sonneneinstrahlung zu schützen, legte man den Tieren auf der dem Wasser zugewandten Seite Scheuklappen an, wodurch diese die andere Rheinseite gar nicht mehr sehen konnten. Diese immer wieder gerne aufgegriffene Entstehungsgeschichte ist allerdings umstritten. Zum einen ist nicht nachgewiesen, dass Pferde von grellem Sonnenlicht geblendet werden, und zum anderen wäre davon nicht nur einseitig ein Auge betroffen, aus dem sich eine scheele Seite ableiten ließe.

  2. „Müsliflocken, Biohirse und Buchfinkenhirne…“ ich saß genau wie Anna in der S-Bahn und musste mehrmals laut lachen 🙂 Danke für den Beitrag!

  3. Das Kind liegt neben mir und schläft und ick muss ins Kissen beißen, um nicht laut loszulachen. Lg, Dajana

  4. Marisa sagt:

    Großartig! Nicht nur wegen der Jagd-Strategie, auch die Ausführungen über die Schäl Sick fand ich sehr amüsant. Habe auch mal zwei Jahre in Köln gewohnt. Linksrheinisch, versteht sich… Also verstanden habe ich es nicht, aber mitgemacht habe ich auch.

    In diesem Sinne, fröhliche Grüße von der falschen Rheinseite (Berlin),
    Marisa

    • DaddyDavud sagt:

      @Marisa Vielen Dank! Ich freue mich über das Lob, besonders, da es von einer Ex-Kölnerin kommt! Beste Grüße auf die erweiterte Schäl Sick! 😉

  5. Anna sagt:

    Hi, hi, hi – ich sitze in der Bahn und musste mehrfach laut lachen, als ich das hier gelesen habe – die schiefen Blicke der anderen Fahrgäste waren mir sicher! Aber ich konnte nicht anders: was für ein genialer Post!

    Nun weiß ich endlich, wie sich Männer so in Drogerien fühlen- auch wenn wir das Milchpulver-Problem nicht hatten!

    Danke für diesen Einblick!

  6. Vadder sagt:

    Da bin ich wirklich froh, dass meine Frau sich fürs stillen entschieden hat. Hier bei uns aufm Land wäre es auch wirklich nicht einfach immer was zu bekommen. Ausserdem musste ich so nachts nicht aufstehen wenn der kleine was trinken wollte. Jetzt ist er schon Brot. Aber Kind #2 kommt in 3 Monaten. Dann gehts wieder los. Hoffentlich wieder ohne jagen und sammeln.

    • DaddyDavud sagt:

      @Vadder Danke für deinen Comment! Erst Mal: Ich gratuliere zu Kind #2 und drücke die Daumen für die Geburt!

      Leider hat das Stillen bei uns nicht funktioniert. Aber wer weiß, vielleicht beim nächsten Kind!

      • Vadder sagt:

        Danke. Ich möchte noch korrigieren, das mein Sohn natürlich Brot isst und nicht ist. 😉 Ist ja wirklich nicht immer einfach mit dem stillen. Wir hoffen das beste, dass es auch bei Kind #2 wieder gut funktioniert.

        • DaddyDavud sagt:

          Den Vertipper habe ich gar nicht bemerkt! Selbstredend, dass viele Eltern möchten, dass ihr Kind Brot isst, jedoch nicht, dass es Brot ist. 😉

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