7 Dinge, die sich wirklich geändert haben, seit ich Vater bin

„Du wirst Papa? Jetzt ändert sich alles!“ Sprüche wie diese kennen wir und sie langweilen uns sogar, denn damit ist ja immer so ein Schmu gemeint, dieses neu aufgelegte „Jetzt fängt der Ernst des Lebens an“ zum Beispiel. Sich um Kinder zu kümmern, mit ihnen zu leben und lachen, sie unglaublich zu lieben, sie in die Schranken zu weisen und mit ihnen die Welt zu entdecken, das ist ein Geschenk, der schönste Job der Welt (außer Spieler von Borussia Mönchengladbach zu sein, vielleicht). Aber für Männer ändert sich schon was. Nur nicht das, was sie immer labern. Hier ist die ultimative Männerliste für all das, was sich wirklich ändert. Einiges davon ist okay, anderes ist erstaunlich lebenswert, bei einem Punkt aber, verlierst du den Glauben an die Getränkekarten dieser Welt.

1. Du wählst deine Autos nicht mehr nach Performance, sondern Zulademöglichkeiten aus

Das hat grauenhafte Folgen, einen Kia-Carens zum Beispiel. Alter, was für ein Abfuck in dieser unproportionierten Asia-Dose herumfahren zu müssen. Wenn die dem Ding noch ein Sportpaket verpassen würden, kämen die in die Heute Show. Die Ausstattung ist allerdings gut, das Raumangebot ebenfalls. Der Wagen ist so praktisch wie eine Reißverschluss-7/8tel-Hose. Damit willst du echt nicht gesehen werden.

Lempi hat das Problem mit einem Skoda Octavia „gelöst“. Habe ich euch mal erzählt, dass er bei Skoda auf der Liste schwieriger Kunden steht? Bei seinem Fabia war die Abgasleuchte kaputt, seither nervt die Skodas mit seinen „Fragen“. Wenn er sich zu Inspektion anmeldet, steigt im Autohaus der Krankenstand. Das ist nichts zum Wohlfühlen, aber damit kann leben und auch tagsüber rumfahren.

Ich habe soeben einen dieser „Zeugenbefragungsbögen“ ausgefüllt und an den Landrat des Ennepe-Ruhr Kreises gefaxt. „Papas Audi ist leise und schnell“, sagt der Theo ja immer. Ich habe eine Schwäche für Autos und bereits derartig viele besessen, dass ich sie fast nicht mehr zählen mag. Aber: Ich habe einen Grund, übergroße Limousinen gut zu finden.

2. Du wählst deine Unterkunft nicht nach Lage, Lage, Lage, sondern nach der Anzahl der Zimmer aus

Janni zieht ja gerade wieder um, dabei ist er gerade erst in der alten Wohnung angekommen. Immer mehr Räume addieren sich rund um sein Sofa. Mehr Kinder = mehr Räume. Diese Formel kennen wir, auch wenn immer alle im Wohnzimmer rumhängen. Nachts, wenn es keiner mitbekommt, ist jeder in seinem Zimmer. Ich vermisse die Zeiten, als verkehrsgünstig bedeutete, per ÖPNV innerhalb von 15 Minuten auf der Partymeile zu sein. Heute ist das Sofa meine Partymeile, von dort aus feiere ich die zahlreichen Fußball-Live Übertragungen. Dort hingezogen sind wir übrigens, weil wir mehr Zimmer brauchten oder meinten mehr zu brauchen. Ich bin ja davon überzeugt, dass die Art und Weise wie du wohnst (und welches Auto du fahren musst) , dramatische Rückkopplungseffekte auf deine Lebenseinstellung hat. Du fängst also wieder an, in einem Spielzimmer zu hausen, suchst Feuerwehrleute und Lokomotiven, reparierst aus den Halterungen gezerrte Schrankenanlagen und simulierst Nebelhörner – in deinem Wohnzimmer! Das lief vorher anders.

 

3. Deine Gesprächsthemen ändern sich brutal

Ich rede hartnäckig weiter über Fußball, den Durchmarsch des Mythos Äffzeh in Liga Zwei, den Kader für die WM in Russland, Klopps Chancen gegen Real im CL-Finale, die Aussichten der Borussia für die kommende Saison und so weiter und so fort. Schönes bleibt, auch wenn ich es mit mir alleine teile.

Ansonsten sind Ausflugsmöglichkeiten, Kindergartenthemen und Dinge, die Theo tut, lässt, mag oder nicht mag die absolute quantitative Spitze des kommunikativen Tagesaufkommens. Nun mag es sein, dass Juli und ich zu verliebt in den Dicken sind und er einfach unser Lieblingsthema ist. Fakt ist: Die Themen ändern sich und sie ändern dich.

4. Du findest eine neue Balance: Lebenswandel runter, Gewicht rauf

Und das ist richtig übel, schlimmer als einen Kia Carens fahren zu müssen. Habe ich früher noch ganz selbstverständlich das Mahlzeitenmuster frei interpretiert, binde ich mich zwecks Rhythmus und Routinen nun daran. Das ist schlecht für meinen Gesamtzustand. Wenn ich mich auf Bildern sehe, erschrecke ich. Auch darüber, was mir nun bevorsteht. Die Formel, Weinchen statt Abendessen und Sport statt Brunch gilt nämlich nicht mehr, weil man nicht unterwegs sein will, wenn die Familie routiniert. Es ist ein Teufelskreis, aus dem einen keine Getränkekarte dieser Erde herausholen kann.

 

5. Du organisierst dein Home-Entertainment besser

Ich unterhalte drei Abos, um auch wirklich jedes Fußballspiel sehen zu können (DANKE für NICHTS, Bundeskartellamt!). Ich beziehe filmische Literatur via internetfähigem USB-Dongle und zahle für einzelne Inhalte, wenn sie nicht im Abopreis (DANKE Merkel 😉 enthalten sind. Ich betreibe neben einer audiophilen Anlage einen mächtigen Subwoofer (für Explosionen und den startenden Warp-Antrieb) sowie drei Bluetooth-Lautsprecher, um parallel Peppa-Wutz-Folgen einfliegen lassen zu können. Dieses hochsensible digitale Ökosystem ist teuer und notwendig. Wir kommen, da wir keine Großfamilie in der Nähe haben, VIEL weniger raus.

6. Ich habe wieder Inhalte „auf Buch“ und kommentiere camouflage

Man will ja Vorbild sein und nicht ständig auf Handy und Laptop starren. Kulturell ist das Lesen auf Buch ja viel angesehener. Darum habe ich tatsächlich wieder angefangen, mir diese bedruckten Papierklötze zuzulegen. Papa, der in seiner Sofakule sitzt und ein Buch liest ist auch familienpolitisch anerkannter als einer, der die Formkurve von Jonas Hofmann via Handy kommentiert. Manchmal lege ich das Handy aber auch in ein aufgeschlagenes GEO-Sonderheft, um interessiert daherzukommen, während ich die Spielweise der Borussia und die „Arbeit“ unseres Trainers öffentlich kritisiere. Nun, die Dinge ändern sich.

7. Du änderst deine Wortwahl

Verdammter Scheiß, denn das hat nicht mit meinem biblischen Alter zu tun. Es hängt schlicht und ergreifend damit zusammen, dass alles, was man ab einem bestimmten Alter der Kinder sagt, von ihnen auch in den unmöglichsten Zusammenhängen verwendet wird. Neulich habe ich mir einen Prank in eigener Sache ausgedacht, als ich mit dem Theo im Fond einen Stau auf der Luxemburger umfuhr, um zwangsläufig am LKW-Straßenstrich vorbei zu cruisen. Hätte ich in diesem Augenblick laut formuliert, dass wir gerade bei den N****n vorbei fahren, hätte es sich am nächsten Morgen im Kindergarten wohl auch genau so angehört. „Mein Papa fährt mit mir bei den N****n vorbei, die haben bunte Lampen an“.

Ich lache mich dann innerlich kaputt bei dem Gedanken, steige aber auf eine Storyline von Peppa Wutz ein, das ist sicheres Terrain. Selbst beim Autofahren, reiße ich mich am Riemen. Habe ich nie so gemacht….

 

 


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Der Autor Thomas "PapaDoc" Guntermann ist gleichzeitig der Namensgeber unserer Kommunikationsagentur, in der wir eigentlich alle zusammenarbeiten. Er gehört zum Gründungsteam dieses Blogs, ist Stammautor und lebt mit seiner Frau und Sohn im beschaulichen Kölner Vorort Hürth (Buuuh).

1 Antwort

  1. D sagt:

    Ist nur ne Phase 😉

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