Sie will nur spielen, und gewinnen! (+Audio-Blog)

Wenn ihr keine Lust habt den Artikel zu lesen, ihr könnt ihn auch hören! Einfach auf Play drücken und Babyvater erzählt euch was.

Jetzt wo der Herbst anklopft, heißt es wieder mehr Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Ehrlich, es ist nicht meine Jahreszeit. Ich mag nichts an feuchtnassem Wetter. Es macht doch viel mehr Spaß mit meiner Familie und Freunden draußen abzuhängen.

Eine gute Sache hat die Quarantäne zu Hause aber doch: Spiele. Besser gesagt Brettspiele und noch genauer Brettspiele mit meiner Tochter. Ich bin so frei auch Puzzles mit rein zu nehmen.

Ich mag das Zeugs. Das war schon immer so. Ob Vier gewinnt, Risiko, Mensch ärgere dich nicht oder Mühle.

Das soll nicht heißen, dass ich gut war. Das Gegenteil ist der Fall. Wurfglück passt zu mir, wie eine Brunette zu Hugh Hefner. Ich musste mir die Grotte immer durch meinen unbändigen Willen, viel Wut und eine Brise Selbstmitleid erarbeiten. Ich war und bin der Aggressive Verlierer der Brettspielindustrie. Ich bin der, der immer „Ich hab doch gedrückt“ beim Playstation-Zocken schreit.

Brettspiele sind kein Kinderspiel

Letzte Woche hatte meine Kleine ihren vierten Geburtstag. Zahlreiche Spiele stapelten sich auf dem Gabentisch. Spiele von denen ich noch nie zuvor gehört hatte. Lotti Karotti? Die Eiskönigin? Tempo, kleine Schnecke? Was soll das sein? Na ja, ich will ja nicht zu negativ an die Sache rangehen. Ihr kennt die Spiele wahrscheinlich schon alle und habt zahlreiche Siege gefeiert.

Wir fingen mit einem für mich langweiligen Bibi-Puzzle an. Natürlich haben wir genügend Erfahrungen mit Puzzeln gesammelt. Meine Babytochter liebt es zu puzzeln, aber ihre Liebe wird nicht erwidert. Nach hartnäckigen Versuchen den Fuß in Bibis Gesicht zu rammen und zahlreichen Tipps meinerseits warf meine Kleine entgeistert das Puzzle in die Luft. Okayy, dachte ich mir.

Nächster Versuch Lotti Karotti. Ich muss gestehen, dass mir der Hasenhügel sehr gefällt. Mir völlig unbekannt, musste ich erst die Spieleinleitung studieren. Ich stand auf Anhieb drauf! Meine Tochter auch. Vor allem auf die Karottenkarte. Sie zog so lange, bis sie kam. Hauptsache an der Karotte auf dem Hasenhügel drehen. Das Ziel da hoch zu kommen, war ihr egal. Das erklärt auch warum sie drei Mal in dieses besch**** Loch plumpste. Das muss man erst mal schaffen! Sie hatte sich quasi selber eine Grube gegraben. Völlig abgenervt stellte sie daraufhin den Spielbetrieb ein.

Nächstes Spiel „Tempo, kleine Schnecke“. Sechs große, bunte Holzschnecken veranstalten im Garten einen Wettlauf. Würfelst du mit dem bunten Würfel die Farbe deiner Schnecke, kannst du einen Schritt gehen. So weit, so gut. Nach zwei Würfen ohne passende Farbe, rastete sie wieder aus. Am Ende hatte meine Tochter fünf der sechs Schnecken. Jeder Wurf ein Treffer, sozusagen.

Es liegt an den Genen

Die Gaming-Karriere meiner Tochter ist noch jung. Ich habe noch Hoffnung. Gewinnen ist nicht alles, sage ich ihr immer. Aber ihr blutrotes Gesicht erzählt mir was anderes. Ich befürchte Schlimmes. Ich sehe meine „Ich kann weder gut verlieren noch gut gewinnen“-Gene und erschrecke mich. Den Spaß werde ich trotzdem suchen. Der Winter kommt und wir werden viele Gelegenheiten haben, das Spiel lieben zu lernen. Das sollten wir auch, sonst wird aus den gemütlichen Wochenenden ein stressiger Leistungskampf um die rote Karotte.

Related posts:

Babyvater

Babyvater

Der Autor Janni "Babyvater" Orfanidis gehört zu unserem Stammpersonal und ist einer der Gründer von "Ich Bin Dein Vater". Der gebürtige Kölner ist Ehemann, Kommunikationsberater und Vater einer Tochter. Aber ansonsten geht es ihm eigentlich ganz gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.