„Geschlechterkampf? Was für ein Unsinn!“ Interview mit Männer-Therapeut Björn Süfke

PapaDoc

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Der Autor Thomas "PapaDoc" Guntermann ist gleichzeitig der Namensgeber unserer Kommunikationsagentur, in der wir eigentlich alle zusammenarbeiten. Er gehört zum Gründungsteam dieses Blogs, ist Stammautor und lebt mit seiner Frau und Sohn im beschaulichen Kölner Vorort Hürth (Buuuh).

4 Antworten

  1. Echt tolles Interview! Sehr aufschlussreich und so angenehm ohne erhobenen Zeigefinger. Der Herr Psychologe hat damit auch gleich ein weiteres Exemplar seines Buchs verkauft 😉

  2. Jochen sagt:

    Danke für das spannende Interview.

    Ich würde an ein paar Stellen widersprechen, an manchen Stellen finde ich Süfkes Analyse sehr verkürzt. Das Geschlechterverhältnis im Kontext der Aufteilung von Familienarbeit einfach als win-win bzw. lose-lose-Situation zu bezeichnen hat mit der Realität, in der die Lasten klar aufgeteilt sind, nicht viel zu tun.

    Und dass beispielsweise Mütter Vätern nicht viel zutrauen, hat ja auch Gründe bzw. liegt vor allem daran, wie die Mehrheit der Väter ihre Rolle interpretieren.

    Naja, ich hab übrigens auch ein Buch von Björn Süfke auf meinem Blog rezensiert und war ziemlich enttäsucht: http://jochenkoenig.net/2016/11/04/maenner-erfindet-euch-neu-rezension/

  3. mitm sagt:

    Ich hätte da eine Frage an den Psychologen (auch wenn es ggf. eher eine soziologische Frage ist), und zwar zur

    „… Frage, was den Männern (und genauso natürlich den Frauen) verboten, versagt, aberzogen wird zu sein und zu tun – was also angeblich ‚unmännlich‘ ist.“

    Gesetzlich verboten ist den Frauen der Stadionbesuch ja keineswegs und den Männern auch nicht stundenlanges Shoppen und Klamottenanprobieren.

    Statistisch ungleiche Interessen der Geschlechter führen natürlich dazu, daß daraus deskriptive Stereotype werden, also empirisch korrekte Beschreibungen geschlechtsstypischen Verhaltens. Die können ggf. einen sozialen Druck entfalten, sich der Mehrheit anzupassen, werden also potentiell zu normativen Stereotypen. Hier fängt dann üblicherweise eine Henne-und-Ei-Debatte an, ob nicht alle Stereotype einen normativen Ursprung haben (mMn nicht).

    So oder so wird dann (bevorzugt von radikalen Feministinnen) allen Stereotypen der Kampf angesagt. Bei biologisch begründeten Unterschieden (z.B. Kraft) ist mMn das aussichtslos, diese Stereotype sind unausrottbar.

    Bei den Farben im Malkasten ist eine Zuordnung offenbar beliebig, ich wundere mich eher, wie solche Stereotype überhaupt entstehen, obwohl seit Jahrzehnten alle dagegen sind. So, jetzt kommt die eigentliche Frage: Sind Stereotype nicht unvermeidlich?

    Nach meinem Eindruck suchen Kinder und auch Erwachsene regelrecht nach Verhaltensmustern, die typisch für das eigene Geschlecht sind, weil sie sich damit ihrer eigenen Geschlechtszugehörigkeit vergewissern und in fortgeschrittenem Alter ihre sexuelle Attraktivität verbessern, sozusagen als tertiäre Geschlechtsmerkmale. Welche Verhalten das sind, ist dabei völlig beliebig. Beispielsweise war rosa früher eine jungentypische Farbe, sie wurde bewußt von Feministinnen „gekapert“, um Geschlechterunterschiede einzuebnen, das hat aber nur zu einem Rollentausch geführt.

    Wenn diese Theorie stimmt, dann sind Stereotype generell unausrottbar. Wenn man eines mit Mühe unterdrückt hat, entsteht eben an anderer Stelle ein irgendein neues. Man hat aber immer welche.

    Wenn man das so sieht, dann stellt sich die Frage nach der Beseitigung von Stereotypen anders: Man wird höchstens solche beseitigen wollen, die tatsächlich irgendwie schädlich sind und die anderen eher augenzwinkernd akzeptieren. Jungen- bzw. Mädchenfarben regen mich z.B. nicht besonders auf, unrealistische Schlankheitsideale können dagegen zu einer lebensgefährlichen Magersucht werden. Oder Mutproben, die mit Knochenbrüchen enden.

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